Zu Gast in Rummelsberg

Besucherprogramm

Station „Überfahrt“

Bildhauer Thomas Reuter  

„HERR, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.“
Psalm 90, 12

Die Flussüberquerung als Symbol für das Sterben ist eines der vielen Mythen über den Tod. Und auch, wenn das Christentum sich dieser Symbolik eigentlich nicht bedient, so ist die Skulptur aus italienischem Marmor, die seit Oktober 2019 vor der Krypta der Rummelsberger Philippuskirche steht, doch passend für ihre Umgebung. Der Bildhauer Thomas Reuter hat die Skulptur „Überfahrt“, die einen flachen Kahn zeigt, auf der ein Mensch mit einem Tuch bedeckt ruht, geschaffen.  

 „Die Skulptur fügt sich perfekt ein in die ganze Botschaft des Rummelsberger Friedhofs und des ihn umgebenden Naturfriedhofs. Sie zeigt: Dieser Weg ist für Gott von uns bestimmt. Aber es ist kein Weg ins Nichts, es ist ein Übergang.“
(Rektor a.D. Günter Breitenbach)  

Dass die Figur von einem Tuch bedeckt ist und daher nicht identifizierbar, macht sie zu etwas ganz Besonderem. Das könnten wir alle sein. Weil wir alle sterben müssen. Auch dass das Sterben nicht immer angst- und schmerzfrei ist, wird in der Skulptur verarbeitet: Die liegende Figur ballt auf einer Seite eine Faust.  

„Übergänge bestimmen unser Leben ja schon von Anfang an. Sie fordern von uns Abschiede, kosten Kraft und bringen Veränderung“, sagte Pfarrerin Gabriele Gerndt in ihrer Ansprache im Gottesdienst zur Aufstellung der Skulptur „Unser Leben beginnt mit so einer Abschiedserfahrung. Und auf unserem Lebensweg gehen wir von einer Lebensphase zur anderen, müssen uns immer wieder verabschieden. Wir bitten Gott darum, dass er uns darin unterstützt, die Botschaft zu verstehen, die von diesem Kunstwerk ausgeht“  

Diese Botschaft wird durch die Positionierung des Kunstwerks vor der Krypta verstärkt. Über dem Symbol für die Sterblichkeit des Menschen blickt die Skulptur des auferstandenen Christus der aufgehenden Sonne entgegen.